„Zu viel Taktiererei und zu wenig politischer Wille!“
, mit seinem Unmut hielt dbb-Chef Volker Geyer auf der Düsseldorfer Großdemo am 10. Februar 2026 nicht hinter dem Berg. Geyer zur aktuellen Lage: „Unser Land steht vor Herausforderungen, wie sie größer kaum sein könnten – innen- wie außenpolitisch und wirtschafts- wie sozialpolitisch. Aber egal, welchen dieser Teilbereiche wir betrachten: Nur mit einem starken und gut ausgestatteten öffentlichen Dienst werden wir diese Herausforderungen meistern können. Anstatt symbolische Schlachten über ‚Lifestyle-Teilzeit‘ oder Verbeamtungen zu führen, muss die Politik endlich die Gegenwart gestalten. Das muss sich endlich auch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) klarmachen. Noch immer führt man dort die Tarifverhandlungen so, als sei das Ganze ein Gesellschaftsspiel, bei dem der verliert, der sich zuerst bewegt.“ Deshalb stand am Ende seiner Rede vor dem Düsseldorfer Landtag der klare Appell des dbb Chefs: „Morgen wird in Potsdam wieder verhandelt. Dann sollte es direkt konkret und ergebnisorientiert sein. Mit anderen Worten: Wir brauchen ein echtes Angebot, um bis Freitag zu einem Kompromiss zu kommen. Senator Dressel, der Countdown läuft!“
Gemeinsame Demo von dbb und ver.di auch komba Duisburg dabei
Geyer sprach seinen Klartext am 10. Februar 2026 auf einer gemeinsamen Großdemo von dbb und ver.di in Düsseldorf. Traditionell ist diese Aktion die größte Veranstaltung im Laufe der jeweiligen Ländereinkommensrunde. Größer noch als in früherer Zeit war der Unmut der Arbeitnehmerschaft, aber auch der Beamtinnen und Beamten aus dem Landes- und Kommunaldienst, da die Diskrepanz zwischen Notwendigkeit und Verhandlungsverhalten der TdL noch nie als so groß empfunden wurde. Sinnbild dafür ist vielen Beschäftigten, dass es die TdL in keiner Weise interessiert, wie der Landesdienst gegenüber der Privatwirtschaft, aber auch gegenüber Bund und Kommunen konkurrenzfähig blei-ben will. Der dbb-Chef wies erneut darauf hin, dass schon heute 600.000 Fachkräfte im öffentlichen Dienst fehlten: „Wenn in den nächsten zehn Jahren etwa 1,4 Millionen Beschäftigte in den Ruhestand gehen werden, wird das Problem komplett aus dem Ruder laufen.“ Deshalb wurde in Düsseldorf mobil gemacht. dbb und ver.di starteten auf getrennten Auftaktveranstaltungen. Ihre Demozüge vereinigten sich auf halber Strecke zum Düsseldorfer Landtag, wo Geyer den 16.000 Demonstrierenden die Brisanz der Situation unmittelbar vor der dritten Runde erläuterte und klar machte, dass ein Abschluss in Potsdam alles andere als ein Selbstläufer sei.
Die Statusgruppen stehen zusammen
Bundesweit hat der dbb auf all seinen Aktionen neben den unmittelbar vom TV-L betroffenen Beschäftigten stets auch eine Vielzahl von Beamtinnen, Beamten, Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfängern auf die Straße gebracht. Besonders deutlich sichtbar war dies erneut in Düsseldorf. Angesichts vieler Negativaussagen seitens der Politik, eine zeit- und wirkungsgleiche Übernahme des Tarifabschlusses ohne Wenn und Aber zuzugestehen, machte Roland Staude, Chef des DBB NRW, in seinem Beitrag noch einmal deutlich: „Diese Einkommensrunde ist auch für die beamteten Kolleginnen und Kollegen von großer Bedeutung. Eine zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses ist daher unerlässlich und auch ein Ausdruck von echter Wertschätzung.“
Wie geht es weiter?
Die nächste und geplant letzte Verhandlungsrunde findet vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam statt. Ob es dort einen Kompromiss gibt, ist zeitnah und umfassend unter www.dbb.de/einkommensrunde nachlesbar.